INFLUENZA – EINE GEFAHR AUCH FÜR DAS HERZ

Influenza ist inzwischen als Auslöser schwerer kardiovaskulärer Komplikationen anerkannt

Erhöhte Influenza-Aktivität wurde mit vermehrten Herzinsuffizienz-bedingten Hospitalisierungen in Verbindung gebracht1

Ein monatlicher Anstieg der Influenza-Aktivität um 5 % resultierte in einem Anstieg von Herzinsuffizienz-bedingten Hospitalisierungen um 24 % innerhalb desselben Monats.1
Kardiovaskuläre Ereignisse sind eine zunehmende Ursache für Mortalität und verantworten etwa 30 % bis 45 % der Todesfälle im Alter (über 50 Jahre).2,3

Neuesten Erkenntnissen zur Folge kann Influenza schwere kardiovaskuläre Komplikationen auslösen, die über eine Atemwegsinfektion hinausgehen4

Eine aktuelle selbst-kontrollierte Fall-Kontroll-Studie mit Erwachsenen im Alter von 40 Jahren und älter, von denen ca. 90 % 50 Jahre und älter waren, und ohne Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte, zeigte ein signifikant erhöhtes Risiko, direkt nach einer Influenza-Infektion schwere kardiovaskuläre Komplikationen zu erleiden.4
Tatsächlich besaßen Patienten in den ersten 3 Tagen nach einer laborbestätigten Influenza-Infektion# ein:

  • bis zu 10-fach höheres Risiko für einen Herzinfarkt4
  • bis zu 8-fach höheres Risiko für einen Schlaganfall4

Die Stärke und das zeitliche Muster der Assoziation von akuten Infektionen und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Zwischenfälle legen einen kausalen Zusammenhang nahe.5

3 Grundlegende Mechanismen, durch die eine Influenza kardiovaskuläre Ereignisse auslösen kann, sind:5–7

  • Eine akute Plaqueruptur kann in Folge von systemischer Immunstimulation, entzündlichen Plaques und Aktivierung von Thrombozyten entstehen.
  • Zunahme der metabolischen Nachfrage in Kardiomyozyten und peripheren Geweben und Organen, die zu ungenügender Sauerstoffversorgung und einer myokardialen Bedarfsischämie führt.
  • Direkte Herzmuskel- oder arterielle Schäden können zu Herzrhythmusstörungen, Myokarditis, hyperpermeablen Kapillaren, Arthritis und damit zu akutem Herzversagen führen.

Eine Influenza-Impfung kann das Risiko schwerer kardiovaskulärer Folgeerkrankungen reduzieren8,9

In einer Meta-Analyse von sechs randomisierten klinischen Studien mit über 6.000 Patienten, konnte die Influenza-Impfung das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse um 36 % reduzieren.*,8

Darüber hinaus zeigte sich in einer anderen Studie bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz eine Reduktion der Gesamt- und kardiovaskulären Mortalität um 18 % nach Influenza-Impfung.9

Ein Review systematischer Studien zur Prävention von Herzinfarkten zeigte die Wirksamkeit von Influenza-Impfstoffen (15 – 45 %) in einer ähnlichen Größenordnung wie andere anerkannte Maßnahmen zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse, wie Raucherentwöhnung  (32– 43 %), Statine (19 – 30 %) und Hypertonie-Therapie (17– 25 %).10

Eine Influenza-Impfung kann nicht nur Atemwegserkrankungen vorbeugen, sondern auch das Risiko für schwere kardiovaskuläre Komplikationen senken.8–11

#  Im Vergleich zu dem Zeitraum vor einer Influenza-Infektion.4
*  Bei Patienten mit unterschiedlich schwerem kardiovaskulären Risiko8

QUELLEN

  1. Kytömaa S et al. JAMA Cardiol. 2019; 1;4(4):363-369.
  2. GBD 2017. Lancet. 2018; 392(10159):1736-1788.
  3. GBD 2017 Study Highlights: Causes of Death. Abrufbar unter: http://www.healthdata.org/infographic/gbd-2017-study-highlights-causes-death. Abgerufen am 23.09.2020.
  4. Warren-Gash C et al. Eur Respir J. 2018; J. 51(3):1701794.
  5. Musher D M et al. N Engl J Med. 2019; 380(2):171–176.
  6. Udell J A et al. Expert Rev Cardiovasc Ther. 2015; 13(6):593-6.
  7. Vardeny O et al. Eur Heart J. 2017; 38(5):334–337.
  8. Udell J A et al JAMA. 2013; 310(16):1711-20.
  9. Modin D et al. Circulation. 2019; 29:139(5):575–586.
  10. MacIntyre C R et al. Heart. 2016; 102(24), 1953–1956.
  11. WHO 2018. Influenza fact-sheet (Seasonal). Abrufbar unter: https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/influenza-(seasonal). Abgerufen am 23.09.2020.

MAT-DE-2002802v3.0 10/2020