Auf einen Blick: RSV-Infektion bei Babys und Kleinkindern1–3
- RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) kann bei Babys meist zunächst erkältungsähnliche Symptome wie Schnupfen und Husten verursachen.
- Besonders Säuglinge im ersten Lebensjahr können jedoch einen schweren Verlauf mit einer Bronchiolitis oder einer Lungenentzündung entwickeln.
- Warnzeichen für einen schweren Verlauf sind unter anderem Atemnot, Trinkschwäche, schnelle Atmung oder bläulich verfärbte Lippen.
- Bei solchen Warnzeichen sollte das Baby umgehend ärztlich untersucht werden.
Symptome bei leichten RSV-Infektionen
Viele Babys mit einer RSV-Infektion haben nur milde Symptome, die einer Erkältung ähneln, darunter:1–3
• Laufende oder verstopfte Nase
• Niesen
• Rachenentzündung
• Leichter Husten
• Fieber
• Appetitlosigkeit oder verminderte Nahrungsaufnahme
Bitte beachten: Diese Liste ist nicht vollständig. Es können auch andere Symptome auftreten, und nicht alle Babys zeigen dieselben Anzeichen. Andere Infektionen können ähnliche Symptome verursachen. Bei Sorgen um die Gesundheit des Babys sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Symptome bei schweren RSV-Erkrankungen
Bei einigen Babys kann eine RSV-Erkrankung schwerwiegender verlaufen. Das liegt daran, dass die Atemwege von Säuglingen sich noch entwickeln und das Immunsystem noch untrainiert ist.4,5 Aus diesem Grund kann das RS-Virus besonders bei Babys zu schwereren Erkrankungen der unteren Atemwege wie Bronchiolitis oder Lungenentzündung führen.1,3
Beim Auftreten folgender Symptome bei Säuglingen sollte umgehend eine Kinderarztpraxis oder Notaufnahme aufgesucht werden:1–3
- Hohes Fieber
- Starker Husten
- Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme (Trinkschwäche, Erbrechen)
- Knisternde und/oder giemende Geräusche aus der Lunge
- Keuchen (ein hohes Geräusch, das normalerweise beim Ausatmen zu hören ist)
- Schnelles Atmen und/oder Atembeschwerden
- Eingezogener Bauch und/oder Rippen beim Atmen sichtbarer als sonst
- Blaue Lippen und Fingerspitzen aufgrund von Sauerstoffmangel
"Dabei ist es völlig unvorhersehbar, welche Säuglinge davon einen schweren Verlauf bekommen können und welche nicht."
Dr. Michael Horn, Kinder- und Jugendarzt
Verlauf einer RSV-Infektion bei Säuglingen6,7
Tag 1: Säugling kommt mit RSV-Tröpfchen in Kontakt
Tag 3: Nach einer Inkubationszeit treten RSV-Krankheitssymptome (wie z. B. Schnupfen und leichter Husten) auf.
Tag 3–5: Symptome können sich verschlechtern.
Tag 5–7: RSV-Symptome erreichen ihren Höhepunkt. Bei einigen Babys können Lungenentzündung oder Bronchiolitis auftreten.
Ab Tag 10: Meist beginnt die Erholung. Der Husten kann möglicherweise bis zu 4 Wochen anhalten.
Bei Sorgen um die Gesundheit eines Kindes sollte stets eine ärztliche Praxis kontaktiert werden.
(Hinweis: Der Verlauf und die Dauer einer RSV-Erkrankung können von Baby zu Baby individuell variieren.)
Keuchen
Ein Beispiel für Keuchen zeigt das folgende Video zum Thema Bronchiolitis – einer Lungeninfektion der feinen Atemwege, die häufig durch das RS-Virus verursacht wird.8
Die meisten Fälle einer RSV-Erkrankung verlaufen mild, sodass betroffene Babys weder Keuchen noch sichtbare Atembeschwerden zeigen
müssen.8
Hinweis zum Video:
Die Geräusche im Video dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Da Symptome individuell variieren und Atemwegsbeschwerden bei Säuglingen vielfältige Ursachen haben können, sollte bei Unklarheiten oder Sorgen bezüglich der Atmung stets umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
RSV. Was ist das? RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus.
Es ist ein ansteckendes Virus. Bei den meisten Babys verursacht es leichte, erkältungsähnliche Symptome wie Husten, Fieber, Niesen und eine laufende Nase. Aber bei vier von zehn Babys, die an RSV erkranken, kann sich der Zustand verschlechtern.
Sie können eine Bronchiolitis oder eine Lungenentzündung entwickeln, was zu Atembeschwerden führen kann. In solchen Fällen kann die Haut des Babys um die Rippen herum einfallen, wenn es atmet. Und du hörst pfeifende Atemgeräusche.
Auch die Fingerspitzen oder Lippen können blau werden.
Es gibt einige vorbeugende Maßnahmen, um dein Baby vor einer RSV-Erkrankung zu schützen.
Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über präventive Immunisierungsmöglichkeiten.
Der Verlauf von RSV ist unterschiedlich und kann sich innerhalb weniger Tage von einer einfachen Erkältung zu einer schweren Infektion entwickeln.8
Einige RSV-Infektionen können sich zu einer Bronchiolitis oder Lungenentzündung entwickeln.8 Es ist jedoch schwierig vorherzusagen, welche Babys eine Lungeninfektion bekommen können,9 deshalb ist es wichtig, die möglichen Komplikationen zu verstehen.
RSV und Lungenentzündung
RSV kann bei Babys und Kleinkindern auch eine Lungenentzündung verursachen. Dabei entzündet sich das Lungengewebe. Betroffen sein können ein oder beide Lungenflügel.10
Symptome bei Säuglingen und Kleinkindern können sein: Husten, Fieber, Gliederschmerzen, schweres Atmen und Appetitlosigkeit.10
Wusstest du, dass das Respiratorische Synzytial-Virus eine der Hauptursachen für Bronchiolitis und Lungenentzündungen bei Babys unter zwölf Monaten ist?
Die meisten RSV-Infektionen sind mild und äußern sich durch Erkältungssymptome. Allerdings wird etwa eines von zehn Kindern unter zwei Jahren mit RSV-bedingten Infektionen der unteren Atemwege im Krankenhaus behandelt.
Bei einer Lungenentzündung füllen sich die winzigen Lungenbläschen von Babys mit Flüssigkeit, was ihnen das Atmen erschwert. Dies kann zu Symptomen wie Husten, Giemen oder ungewöhnlich schneller Atmung führen.
Bei einer schweren RSV-Erkrankung kann es nötig sein, dass dein Baby ins Krankenhaus muss.
Es gibt vorbeugende Maßnahmen, um dein Baby vor einer RSV-Erkrankung zu schützen. Sprich mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt über mögliche Präventionsmaßnahmen.
Eine Bronchiolitis ist eine entzündliche Erkrankung der unteren, fein verzweigten Atemwege (Bronchiolen), die durch RSV verursacht werden kann. Es ist eine häufige Infektion der unteren Atemwege, die vor allem Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren betrifft.3 Die meisten Fälle sind mild und klingen innerhalb von 2–3 Wochen ab, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist.3
Frühe Bronchiolitis-Symptome ähneln denen einer gewöhnlichen Erkältung, zum Beispiel Schnupfen und Husten. Es können weitere Symptome auftreten, darunter schweres Atmen, Atemnot, Fieber, anhaltender trockener Husten, Keuchen und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme.3
Die Bronchiolitis ist nicht zu verwechseln mit der Bronchitis, bei der die größeren Bronchien betroffen sind.11
Bronchiolitis ist einer der Hauptgründe für die Einweisung von Babys ins Krankenhaus.
Bronchiolitis wird häufig durch RSV verursacht und kann dazu führen, dass die winzigen Atemwege in der Lunge von Babys anschwellen und zu viel Schleim produzieren, was zu Atembeschwerden führen kann.
Möglicherweise beobachtest du Symptome wie Keuchen, ungewöhnlich schnelles Atmen oder dass die Haut um die Rippen beim Atmen einfällt.
Die meisten Fälle von RSV-Infektionen führen zu leichten Symptomen, doch bis zu 80 % der Bronchiolitis-Fälle bei Neugeborenen und Säuglingen werden durch RSV verursacht.
Es gibt vorbeugende Maßnahmen, um dein Baby vor einer RSV-Erkrankung zu schützen. Sprich mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt über mögliche Präventionsmaßnahmen.
Schutz vor RSV
Neben Hygienemaßnahmen steht für Neugeborene und Säuglinge eine RSV-Prophylaxe zur Verfügung. Die STIKO empfiehlt eine RSV-Prophylaxe mit langwirksamen Antikörpern für alle Neugeborenen und Säuglinge in ihrer ersten RSV-Saison.1,12
Häufige Fragen zu einer RSV-Infektion bei Babys
Nach einer Inkubationszeit von etwa 3 bis 5 Tagen beginnen die Symptome bei Neugeborenen und Säuglingen meist wie eine gewöhnliche Erkältung. Häufig erreichen die Beschwerden um den 5. Krankheitstag ihren Höhepunkt und klingen innerhalb von 7 bis 10 Tagen wieder ab.6
Ja. Zu Beginn ähnelt eine RSV-Infektion meist einer normalen Erkältung mit laufender Nase, mildem Husten und leichtem Fieber.1 Besonders in den ersten Tagen ist eine Unterscheidung schwer. Bei einigen Neugeborenen und Säuglingen können sich die Symptome im weiteren Verlauf jedoch rasch verschlechtern.1,2
Ja. Nicht alle betroffenen Neugeborenen und Säuglinge entwickeln Fieber. Eine RSV-Infektion kann auch ausschließlich mit Schnupfen, Husten oder ungewöhnlicher Müdigkeit verlaufen.1
Nein. Der Großteil aller RSV-Infektionen verläuft mild. Allerdings kann auch bei zuvor gesunden Neugeborenen und Säuglingen ein schwerer Verlauf auftreten – deshalb empfiehlt die STIKO allen Neugeborenen und Säuglingen in ihrer ersten RSV-Saison eine RSV-Prophylaxe. Ein besonders erhöhtes Risiko besteht zudem bei Frühgeborenen sowie Kindern mit Vorerkrankungen der Lunge oder des Herzens.1,12
Anzeichen für eine erschwerte Atmung sind eine auffällig schnelle oder angestrengte Atmung, sichtbare Einziehungen der Haut zwischen den Rippen oder unter dem Brustkorb, ein Weiten der Nasenflügel beim Einatmen sowie hörbares Keuchen oder Pfeifen.1–3
Ein Krankenhausaufenthalt oder eine umgehende Notfallbehandlung wird notwendig, wenn ein Neugeborenes oder Säugling deutliche Anzeichen von Atemnot zeigt, eine bläuliche Verfärbung der Lippen oder Haut (Zyanose) aufweist, die Nahrungsaufnahme verweigert (Stillen oder Fläschchen) oder sehr müde oder teilnahmslos wirkt.1–3
Ja. Jugendliche und Erwachsene können infiziert sein und das RS-Virus weitergeben, ohne eigene Krankheitsanzeichen zu zeigen.1 Diese asymptomatischen Überträger stellen insbesondere für Neugeborene und Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem eine Infektionsquelle dar.13
RSV: Respiratorisches Synzytial-Virus
Bronchiolitis: Entzündung der kleinen, fein verzweigten Atemwege (Bronchiolen)
Bronchitis: Entzündung der größeren Bronchien
Keuchen/Giemen: pfeifendes bzw. hohes Atemgeräusch, häufig beim Ausatmen
Lungenentzündung/Pneumonie: Entzündung des Lungengewebes
STIKO: Ständige Impfkommission
Zyanose: Bläuliche Verfärbung der Haut und der Schleimhäute infolge eines Sauerstoffmangels im Blut.
1. Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber. RSV-Infektionen. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_RSV.html (Stand: 10.09.2026. Abgerufen am 13.10.2026).
2. Centers for Disease Control and Prevention. Respiratory Syncytial Virus Infection (RSV). https://www.cdc.gov/rsv/infants-young-children/index.html (Stand: 23.08.2024. Abgerufen am 13.10.2026).
3. The NHS website for England. Overview Bronchiolitis. https://www.nhs.uk/conditions/bronchiolitis/ (Stand: 13.04.2022. Abgerufen am 13.10.2026).
4. Di Cicco M et al. Pediatr Pulmonol. 2021; 56(1): 240251.
5. Simon AK et al. Proc Biol Sci. 2015 Dec 22; 282 (1821): 20143085.
6. Centers for Disease Control and Prevention (CDC). How RSV Spreads. https://www.cdc.gov/rsv/causes/index.html (Stand: 08.07.2025. Abgerufen am 13.10.2026).
7. Eiland LS. J Pediatr Pharmacol Ther. 2009; 14(2): 75–85.
8. Piedimonte G and Perez MK. Pediatr Rev. 2014; 35(12): 519–530.
9. Bianchini S et al. Microorganisms. 2020; 8(12): 2048.
10. The NHS website for England. Pneumonia. https://www.nhs.uk/conditions/pneumonia/ (Stand: 12.01.2023. Abgerufen am 13.10.2026).
11. Schorlemer C, Eber E. Akute virale Bronchiolitis und obstruktive Bronchitis bei Kindern. Monatsschr Kinderheilkd. 2020; 168(12): 1147–1157.
12. Robert Koch-Institut. Epid Bull. 37/2026.
13. Kaler J et al. Cureus. 2023; 15: e36342.
Medizinisch geprüft auf Basis aktueller Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) und der STIKO sowie internationaler Fachliteratur. Aktualisiert am 13.10.2026.
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