Ein Buch liegt auf einem Tisch und ein Finger zeigt auf eine Textpassage

DIPHTHERIE

Corynebacterium diphtheriae Bakterien
IMPFERFOLGE
STECKBRIEF

DIPHTHERIE IN DEUTSCHLAND

Die Diphtherie, auch Halsbräune genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien- Toxine verursacht wird. Sie wird durch Niesen, Husten oder Sprechen (Tröpfcheninfektion) oder im Falle der Hautdiphtherie durch direkten Kontakt übertragen. Den besten Schutz liefert eine Impfung, die ein Toxoid enthält, durch das Antikörper gegen das Diphtherie-Toxin gebildet werden. Die Grundimmunisierung gegen Diphtherie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) bereits im Säuglings- und Kleinkindalter empfohlen und sollte ab dem Alter von 2 Monaten in 3 Impfstoffdosen im Abstand von jeweils 4 Wochen erfolgen. Mit einer 4. Impfdosis im Alter von 11–14 Monaten ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. In der Regel wird die Diphtherie-Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff durchgeführt, der gleichzeitig auch gegen Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B schützt. Auffrischimpfungen der Grundimmunisierung empfiehlt die STIKO im Alter von 5–6 Jahren und 9–16 Jahren. Für einen zuverlässigen Schutz vor Diphtherie sollte die Impfung nach der Grundimmunisierung regelmäßig (spätestens nach jeweils zehn Jahren) aufgefrischt werden.1

Nach dem 2. Weltkrieg, in dem die letzte große Diphtherie-Epidemie ausgebrochen war,2 wurde zunächst eine Diphtherie-Impfpflicht eingeführt. Seit den 1970er-Jahren empfiehlt die STIKO eine standardmäßige Diphtherie-Impfung von Säuglingen und Kleinkindern. Seither sind nur noch selten Erkrankungen aufgetreten (im Jahr 2017 beispielsweise 11 Fälle)3.

DIPHTHERIE-IMPFUNG IN DEUTSCHLAND

  • Im Jahr 2017 waren 93,6 % der Schulanfänger in Deutschland gegen Diphtherie geimpft, folglich fehlte bei 6,4 % der Schulanfänger ein vollständiger Impfschutz.4
  • Innerhalb der letzten zehn Jahre wurden nur 53,6 % der Erwachsenen gegen Diphtherie geimpft, dementsprechend waren 46,4 % der Erwachsenen nicht oder nicht ausreichend vor Diphtherie geschützt.5

Grafik: Diphtherie-Impfraten nach Altersgruppen

  • Erwachsene profitieren durch hohe Impfraten bei Kindern von einem guten Kollektivschutz (sogenannte Herdenimmunität). Vor Reisen in Endemiegebiete sollte die Impfung aber unbedingt aufgefrischt werden.2

QUELLEN

  1. RKI. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut – 2019/2020. Epid Bull 2019;34
  2. RKI. RKI-Ratgeber für Ärzte – Diphtherie. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Diphtherie.html, abgerufen am: 18.12.2018
  3. RKI. Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2017. 2018
  4. RKI. Impfquoten bei der Schuleingangsuntersuchung in Deutschland 2017. Epid Bull 2019;18
  5. Rieck T, Matysiak-Klose D, Hellenbrand W, et al. Umsetzung der Masern- und Pertussisimpfempfehlungen für Erwachsene. Bundesgesundheitsbl 2019;62:422-32

KRANKHEITSERREGER1

  • Stäbchenbakterien (Diphtherie-Toxin-produzierende Stämme von Corynebacterium diphtheriae).
  • Seltenere Erreger der Diphtherie sind Corynebacterium ulcerans und Corynebacterium pseudotuberculosis.

ÜBERTRAGUNGSWEG1

  • In der Regel über Husten, Niesen oder Sprechen (Tröpfcheninfektion).
  • Bei Hautdiphtherie über direkten Kontakt.
  • Bei Corynebacterium ulcerans kann die Übertragung auch über nicht pasteurisierte Milchprodukte erfolgen.

SYMPTOME UND KOMPLIKATIONEN1

Es gibt zwei Formen der Diphtherie:

  • Respiratorische Diphtherie: Bildung fest haftender Beläge in den Atemwegen, die die Atemwege komplett verschließen können. Diphtherie kann in Rachen, Hals-Mandeln, Kehlkopf und/oder Nase auftreten, wobei die Krankheitsbereiche auch ineinander übergehen können.
  • Haut- oder Wunddiphtherie: Diese Form entsteht durch Bakterienbesiedlung nach kleineren Verletzungen der Haut bzw. Schleimhaut oder Insektenstichen.

Falls sich der von den Bakterien gebildete Giftstoff (Bakterien-Toxin) über das Blut ausbreitet, kann es zu einer sogenannten „toxischen Diphtherie“ kommen. Die Symptome können dann den gesamten Körper betreffen. Durch das Gift des Bakteriums können Organschäden wie Herzversagen oder Nervenlähmungen auftreten.

QUELLEN

  1. RKI. RKI-Ratgeber für Ärzte – Diphtherie. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Diphtherie.html, abgerufen am: 18.12.2018

MAT-DE-2000123v1.0 05/2020