Ein Buch liegt auf einem Tisch und ein Finger zeigt auf eine Textpassage

HEPATITIS B

Hepatitis B: Übersicht zum weltweiten Vorkommen.
IMPFERFOLGE
STECKBRIEF

HEPATITIS B IN DEUTSCHLAND

Hepatitis B wird durch Viren ausgelöst und verursacht eine Leberentzündung. Die Erkrankung ist hochansteckend und weltweit sehr verbreitet. In Deutschland sind etwa 300.000 bis 650.000 Menschen chronisch – also dauerhaft – mit Hepatitis B infiziert. Außerdem gibt es jedes Jahr mehrere tausend Neuansteckungen mit Hepatitis B.1 Im Jahr 2017 beispielsweise erkrankten etwa 3.622 Menschen in Deutschland an Hepatitis B.2

Die Krankheit wird besonders häufig auf sexuellem Weg übertragen, aber die Hepatitis-B-Viren sind auch in allen anderen Körperflüssigkeiten vorhanden. Es ist ratsam, dass bereits im Jugendalter – wenn die Sexualpartner häufig wechseln – ein sicherer Schutz gegen Hepatitis B durch eine Impfung vorliegt. Auch Schwangere sollten gut geschützt sein, weil sie die Infektion besonders unter der Geburt auf das Kind übertragen können.1

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine generelle Schutzimpfung gegen Hepatitis B schon im Säuglingsalter.3 Außerdem gibt es Risikogruppen in der Bevölkerung (z.B. Personen mit vorbestehender oder drohender Immunsuppression bzw. -defizienz), denen auch die Hepatitis-B-Impfung empfohlen wird.4,5

HEPATITIS-B-IMPFUNG IN DEUTSCHLAND

Die Hepatitis-B-Grundimmunisierung wird in Deutschland von der STIKO bereits im Alter von 2 Monaten empfohlen, wobei eine 2. Impfdosis nach 8 Wochen sowie eine abschließende Impfdosis im Alter von 11–14 Monaten ausreichend ist. Häufig erfolgt die Grundimmunisierung mittels Kombinationsimpfstoff (gleichzeitig gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B) mit 3 Impfdosen im Abstand von 4 Wochen und einer 4. Dosis im Alter von 11–14 Monaten.6 Die wirksame und gut verträgliche Schutzimpfung gegen Hepatitis B bietet einen langjährigen, möglicherweise sogar lebenslangen Schutz.3

  • Im Jahr 2017 waren 86,9 % der Schulanfänger gegen Hepatitis B geimpft. Dementsprechend fehlte der Impfschutz bei 13,1 % der Schulanfänger.7 In der erwachsenen Bevölkerung waren 32,9 % vor Hepatitis B geschützt.8 Folglich waren 67,1 % der Erwachsenen nicht oder nicht vollständig vor Hepatitis B geschützt.
  • Die Hepatitis-B-Impfraten in der deutschen Bevölkerung und in den Risikogruppen sind zu niedrig. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wird dringend empfohlen, alle Säuglinge, Kinder und Jugendlichen sowie die Risikogruppen konsequent gegen Hepatitis B zu impfen.

Grafik zur Hepatitis B-Impfrate der Schulanfänger und der erwachsenen Bevölkerung

QUELLEN

  1. BzgA; https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-jugendliche-12-17-jahre/hepatitis-b/#c8614
  2. RKI. Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2017. 2018
  3. RKI. Virushepatitis B und D im Jahr 2016. Epid Bull 2017;31
  4. RKI. Mitteilung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI. Epid Bull 2013;36/37
  5. RKI.Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut – 2018/2019. Epid Bull 2018;34
  6. RKI. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut – 2019/2020. Epid Bull 2019;34
  7. RKI. Impfquoten bei der Schuleingangsuntersuchung in Deutschland 2017. Epid Bull 2019;18
  8. Poethko-Müller C und Schmitz R. Impfstatus von Erwachsenen in Deutschland – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsbl 2013;56:845-57

KRANKHEITSERREGER1

  • Hepatitis-B-Viren (HBV) mit zahlreichen Genotypen

ÜBERTRAGUNGSWEG1

Übertragung durch Körperflüssigkeiten (z. B. Blut, Speichel, Tränenflüssigkeit, Sperma).

  • Die höchste Viruskonzentration liegt im Blut vor.

Das Ansteckungsrisiko bei Drogenabhängigen (mit Spritzentausch), Mitarbeitern im Gesundheitswesen oder Fehlern und Hygienemängeln beim Tätowieren, Piercen oder Ohrlochstechen ist besonders hoch. Auch eine Ansteckung von Neugeborenen während der Geburt ist möglich.

SYMPTOME UND KOMPLIKATIONEN1,2

Bei einem Drittel der infizierten Erwachsenen treten keine Symptome auf.

Akute Hepatitis B: Zwei Drittel der Infizierten entwickeln innerhalb von einem bis sechs Monaten unspezifische, grippeähnliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es zu einer Gelbfärbung von Haut und Augen sowie einer Dunkelfärbung des Urins.

> 90 % der Infektionen bei Erwachsenen heilen vollständig aus und führen zu einem lebenslangen Schutz vor Hepatitis B.

Chronische Hepatitis B: Bei 10 % der Erwachsenen ohne akute Phase. Bei perinataler Infektion sowie bei Kleinkindern unter drei Jahren und immungeschwächten Personen entwickelt sich bei bis zu 90 % eine chronische Hepatitis B. Folgen sind eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom.

MAT-DE-2000115v1.0 05/2020