Blick auf eine Menschenmenge in Bewegung

IMPFUNGEN AUFFRISCHEN ERHÄLT DEN IMPFSCHUTZ

Vater und Sohn auf einem Feldweg

Es gibt Impfungen, die für eine lebenslange Immunität sorgen, andere müssen in bestimmten Abständen aufgefrischt werden, damit der volle Impfschutz erhalten bleibt. Bei Impfungen, die schon seit Jahrzehnten erfolgreich verwendet werden, hat die Erfahrung gezeigt, wie lange der Impfschutz nach der Grundimmunisierung anhält. Die Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie müssen z. B. alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Nach der Grundimmunisierung im Baby- und Kleinkindalter müssen einige Impfungen (gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis) bereits im Alter von 5 bis 6 Jahren und/oder nochmal im Alter von 9 bis 16 Jahren aufgefrischt werden.

Die genauen Zeitabstände für jede Schutzimpfung können im Impfkalender nachgeschaut werden.

Warum Impfungen aufgefrischt werden müssen

Trifft der Körper ein zweites Mal auf einen Erreger, kann er schneller und effizienter reagieren. Das Immunsystem „erinnert“ sich und kann auf Gedächtniszellen, das sind Abwehrzellen aus dem Erstkontakt mit dem Erreger, zurückgreifen. Diese aktivieren die nötige Antikörperproduktion und verhindern mit hoher Wahrscheinlichkeit den Ausbruch der Krankheit. Man spricht vom immunologischen Gedächtnis.

Je nach Art des Impfstoffes wird das immunologische Gedächtnis in unterschiedlichem Umfang ausgebildet. Bei Lebendimpfstoffen, z. B. gegen Masern, Mumps und Röteln, entsteht in der Regel ein lebenslanger Impfschutz. Bei anderen Impfstoffen, z. B. gegen Tetanus oder Diphtherie, „vergisst“ das Immunsystem, dass es schon einmal mit Antigenen des jeweiligen Krankheitserregers Kontakt hatte und trotz vorausgegangener Schutzimpfung kann es zu einer Erkrankung kommen. Diesem Prozess kann man entgegenwirken, indem man dem Immunsystem mit einer Auffrischimpfung „auf die Sprünge“ hilft. Durch den erneuten Kontakt mit den spezifischen Antigenen des Erregers werden die Gedächtniszellen, die sich im Rahmen der Grundimmunisierung ausgebildet haben, reaktiviert. In der Folge kann der Krankheitsausbruch bei Kontakt mit dem echten Erreger wieder effektiv bekämpft werden.

Besonderer Impfschutz für Senioren

Für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren werden einige zusätzliche Impfungen empfohlen. Grundlage dafür ist die Tatsache, dass die körpereigene Immunabwehr nachlässt und unser Körper dadurch mit zunehmendem Alter Erkrankungen oft weniger gut bekämpfen und verkraften kann. Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Asthma, die bei älteren Menschen häufiger vorkommen, können das Risiko für Komplikationen zusätzlich erhöhen.

Die STIKO empfiehlt daher ab 60 Jahren eine Impfung gegen Pneumokokken. Die Bakterien können Auslöser einer Lungenentzündung sein, die bei älteren Menschen oft kompliziert verlaufen kann.

Auch die jährliche Grippeimpfung wird Personen ab 60 Jahren empfohlen. Der Grund ist hier ähnlich: Grippeerkrankungen verlaufen bei älteren Patienten oft schwerer und komplizierter.

MAT-DE-2000123v1.0 05/2020